Wenn ich darüber nachdenke, wie ich überhaupt zum Schreiben gekommen bin, dann war das keine große, perfekt geplante Entscheidung. Es hat sich eher ganz natürlich entwickelt. Aus etwas, das schon lange da war: meiner Freude am Vorlesen.
Ich habe schon immer gern mit Kindern Bücher angeschaut, Geschichten vorgelesen und erlebt, wie viel in solchen Momenten entstehen kann. Beim Vorlesen geht es ja nicht nur um Worte auf Papier. Es geht um Nähe, Fantasie, gemeinsame Gedanken und oft auch um die kleinen Gespräche, die ganz nebenbei entstehen. Genau das habe ich immer besonders gemocht.
Irgendwann habe ich dann angefangen, mir mit den Kindern selbst Geschichten auszudenken. Mal spontan, mal aus einer Situation heraus, mal einfach, weil ein Gedanke im Raum stand, den man weiterspinnen konnte. Das waren keine fertigen Werke, sondern eher kleine gemeinsame Reisen in eine erfundene Welt. Aber genau darin lag etwas Besonderes.
Mit der Zeit kam dann der Gedanke: Warum eigentlich nicht einfach selbst ein Buch schreiben?
Nicht, weil ich von Anfang an unbedingt Autor werden wollte. Sondern weil da etwas gewachsen ist. Aus meinem Alltag, aus der Arbeit mit Kindern, aus meiner Freude an Geschichten und aus dem Wunsch, etwas Eigenes daraus entstehen zu lassen.
Zur gleichen Zeit war das Thema Plastikmüll im Meer sehr präsent. Man hat es überall mitbekommen, und auch mich hat das beschäftigt. Ich habe mich gefragt, wie man so ein großes Thema kindgerecht aufgreifen kann, ohne zu belehren und ohne Kindern Angst zu machen. So entstand nach und nach die Idee zu meinem ersten Buch: Quwal der Wal.
Für mich war das etwas Neues, aber gleichzeitig fühlte es sich auch stimmig an. Denn vieles von dem, was mich in der pädagogischen Arbeit bewegt, finde ich auch im Schreiben wieder.
In der Pädagogik geht es für mich darum, Kinder ernst zu nehmen. Ihnen zuzuhören. Wahrzunehmen, was sie beschäftigt, was sie fragen, was sie fühlen und wie sie auf die Welt schauen. Kinder haben oft einen ganz direkten, ehrlichen Blick. Sie sehen Dinge, die Erwachsene manchmal übersehen. Und sie stellen Fragen, auf die es nicht immer sofort eine einfache Antwort gibt.
Beim Schreiben ist es ähnlich.
Auch dort geht es darum, genau hinzuschauen. Gefühle ernst zu nehmen. Themen so aufzubereiten, dass Kinder einen Zugang dazu finden. Geschichten können dabei etwas schaffen, was im Alltag manchmal schwer in Worte zu fassen ist. Sie können trösten, Mut machen, zum Nachdenken anregen oder einfach das Gefühl geben, gesehen zu werden.
Deshalb gehören Pädagogik und Schreiben für mich so eng zusammen. Das eine hat viel mit dem anderen zu tun. Beides lebt von Aufmerksamkeit, Ehrlichkeit und Beziehung. Beides braucht ein Gespür dafür, was Kinder bewegt. Und beides hat für mich mit Verantwortung zu tun.
Natürlich ist weder der pädagogische Alltag noch das Schreiben immer leicht. Es gibt volle Tage, laute Momente, Erschöpfung, Zweifel und Situationen, die einen fordern. Und auch Schreiben passiert nicht immer in ruhigen, perfekten Stunden. Manchmal fehlt die Zeit, manchmal die Energie und manchmal auch einfach der richtige Satz.
Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Es muss nicht perfekt sein, um echt zu sein.
Ich glaube, Kinder brauchen nicht nur Förderung und Bildung. Sie brauchen auch Menschen, die mit offenem Blick durch den Alltag gehen. Menschen, die zuhören, mitfühlen, ernst nehmen und manchmal auch einfach mit ihnen staunen. Und sie brauchen Geschichten, in denen etwas mitschwingt, das echt ist.
Für mich ist das Schreiben deshalb kein Gegensatz zur Pädagogik. Es ist vielmehr eine Verlängerung davon. Eine andere Möglichkeit, Gedanken, Gefühle und Themen aufzugreifen, die mir in meinem Alltag begegnen. Manchmal leise, manchmal nachdenklich, manchmal mit einer klaren Botschaft. Aber immer mit dem Wunsch, Kinder auf eine ehrliche und kindgerechte Weise zu erreichen.
Dieser Blog soll genau dafür ein Ort sein.
Ein Ort für Gedanken aus meinem pädagogischen Alltag.
Für Einblicke in mein Schreiben.
Für Themen, die mich bewegen.
Und für die Verbindung zwischen Kindern, Geschichten und dem echten Leben.
Denn manchmal beginnt etwas ganz Kleines mit einem Buch, das man vorliest.
Und manchmal wird daraus irgendwann eine eigene Geschichte.
End und e... Ende