Diese Woche hat eigentlich ganz gut angefangen. Ruhig, machbar, nichts, was direkt aus dem Rahmen gefallen ist. Ich hatte das Gefühl, dass ich langsam wieder in einen guten Rhythmus komme. Umso mehr hat mich der Dienstag dann irgendwie ausgebremst.
Am Morgen stand erstmal ein Termin beim HNO an. Nach der Operation und dem Herpes Zoster am Gleichgewichtsorgan wollte ich meine Hörfähigkeit noch einmal überprüfen lassen, weil ich schon seit einer Weile das Gefühl habe, dass ich schlechter höre als vorher. Man kennt das ja manchmal: Man spürt, dass etwas nicht stimmt, hofft aber trotzdem, dass es vielleicht doch nur ein Gefühl ist.
Tja. War es leider nicht.
Das Ergebnis war ziemlich eindeutig, und ich hatte mit meiner Vermutung recht. Das zu hören war natürlich erstmal nicht besonders schön. Wenn man es schwarz auf weiß bestätigt bekommt, ist das schon nochmal etwas anderes, als nur selbst so ein Gefühl zu haben. Im Moment läuft es wohl darauf hinaus, dass ein Hörgerät Thema wird. Das ist nichts, worüber man morgens geschniegelt und entspannt beim Kaffee nachdenkt, aber es gehört jetzt eben mit dazu.
Als wäre das für einen Tag nicht schon genug gewesen, ging es später noch weiter zum Hämatologen, um meine Blutwerte für die nächste Operation zu besprechen. Auch da dachte ich eher an einen normalen Termin, einmal drüberschauen, kurz reden, weitermachen. Stattdessen kam dann heraus, dass ich an einer Immunthrombozytopenie leide.
Nichts, was direkt ein Weltuntergang ist. Also wirklich nichts, bei dem man sofort in Panik verfallen müsste. Aber trotzdem ist so eine Nachricht erstmal ein Brett. Einfach, weil wieder etwas dazukommt, mit dem man sich beschäftigen muss. Weil der eigene Körper einem mal wieder zeigt, dass er manchmal doch macht, was er will. Und weil man an manchen Tagen eigentlich lieber weniger neue Diagnosen sammeln würde.
Unterm Strich war der Dienstag also eher so semi positiv.
Trotzdem war der Rest der Woche zum Glück deutlich ruhiger. Und das tat auch gut. Ich habe meine Videos aufgenommen und Sport habe ich auch mal wieder gemacht, was mich gerade freut, weil ich da wieder mehr Regelmäßigkeit reinbekomme. Irgendwie ist es schön, wenn man merkt, dass Dinge wieder ins Laufen kommen und nicht alles nur aus Arztterminen und To-do-Listen besteht.
Auch mit dem neuen Buch komme ich im Moment wirklich gut voran. Darüber freue ich mich sehr. Gerade das Schreiben ist für mich oft ein guter Gegenpol zu allem anderen. Eine andere Art, Dinge zu sortieren, Gedanken festzuhalten und etwas entstehen zu lassen. Im Moment hänge ich noch ein bisschen am Ende des ersten Kapitels, beziehungsweise daran, den richtigen Bogen zu finden. Aber genau das gehört ja auch dazu. Nicht jeder Abschnitt schreibt sich von selbst. Manchmal merkt man, dass etwas fast da ist, aber eben nur fast. Und dann braucht es noch ein bisschen Geduld.
Besonders gut tat auch, dass das Wetter endlich mal wieder mitgespielt hat. Ein bisschen Sonne macht einfach mehr mit einem, als man oft denkt. Am Samstag haben wir das direkt genutzt, waren draußen, haben ein wenig Vitamin D getankt und mit der Familie gegrillt. Solche Tage braucht man einfach. Nicht groß spektakulär, aber genau richtig.
So war diese Woche am Ende irgendwie eine Mischung aus schweren Nachrichten, ruhigen Momenten und kleinen Dingen, die gutgetan haben. Nicht durchgehend leicht, aber auch nicht nur schwer. Eher so, wie das Leben eben oft ist: ein bisschen von allem.
Und manchmal ist es genau das, was eine Woche am besten beschreibt.
End und e... Ende